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Die Vorfahren fahren vor

Hier stehen die kostbaren Schmuckstücke, geputzt, gepflegt, technisch in einwandfreiem Zustand, sie sind unser ganzer Stolz. Sie könnten die Arbeit im Weinberg jederzeit wieder aufnehmen, wenn es von ihnen verlangt würde. Jeder für sich wird jedoch bald ein Unikat sein, lebendes Fossil aus der Vergangenheit, so wie ihre letzten baugleichen Verwandten alle nach und nach das Zeitliche segnen und auf dem Traktorfriedhof ihre letzte Ruhestätte finden. Einst waren es viele, inzwischen sind es sehr wenige geworden.

Seltsam, einige beinahe bizarr, mit merkwürdiger Gestalt, wie ausgestorbene Wesen aus längst vergangenen Erdzeitaltern. Irgendwie fremd und doch für uns immer noch entfernt vertraut, ihre Farben, der Glanz in ihren klaren Scheinwerferaugen, die schon so viel gesehen haben — immer noch frisch. Man sieht dass es Anfänge sind, Vorstufen der heutigen hochgezüchteten und technisch optimierten Landmaschinen-Ungeheuer, die sie längst schon abgelöst haben. Gegen diese, ihre eigenen Enkel, können und wollen sie nicht mehr konkurrieren.

Was die viel größer gewordenen Enkel, mit ihren perfekt angepassten Bauplänen, ihren riesigen Rädern und ihrem futuristischen Design jedoch nicht wissen: auch sie sind nur ein Übergang. Wird sich für sie auch jemand finden, der ihnen liebevoll ein Museum einrichten wird, damit die Erinnerung an sie nicht verloren geht? Vielleicht. Ihre Vorgänger in unserem Museum sind für uns jedoch unbestreitbar sympathischer und irgendwie liebenswerter. Wir finden sie alle hübsch, jeden einzelnen, so wie er da steht.

Doch entscheiden Sie selbst, was Ihr Herz, ihr Gefühl mehr anspricht: ein futuristischer Hightech-Trecker von heute, oder seine rührenden Vorfahren aus den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Ja, mag sein, auch der Science-Fiction-Trecker der aktuellen Gegenwart ist eine aufregende Maschine, wir wollen ihn nicht etwa schlecht machen. Doch gäbe es ihn gar nicht, wenn seine wackeren Technik-Vorfahren 60 Jahre vorher nicht den Boden zu seiner technisch optimierten Existenz bereitet hätten. Die heutigen Trecker sind die lachenden Erben, doch unsere alten Trecker im Museum haben es aufgebaut, ihr Fleiß, ihre Sorgen, ihre Triumphe im Weinberg und auf dem Acker, legten einst vor 60 Jahren die Grundlage.