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Schmiede, Schule und die „gute Stubb“

Und nicht nur die neuen Trecker für den Weinberg machten das Leben an der Mosel aus. Die Besucher können eine kleine Schmiede besichtigen und feststellen, dass der Fortschritt seit der frühen Bronzezeit, in der es auch schon solche Schmieden gab, gar nicht soooo groß ist. Die Bevölkerungen haben gewechselt, viele Elemente des Alltagslebens sind jedoch immer geblieben, kaum verändert, bzw. man erkennt unter der dünnen modernen Oberfläche ihren alten Ursprung.

Auch die Schule bzw. das nachempfundene Klassenzimmer ist sehenswert. Man kann sich in eine Bank setzen und ein bisschen versuchen nachzuempfinden, wie sich ein Schüler auf dieser Bank vor 60 Jahren gefühlt haben mag. Draußen tuckerte vielleicht gerade einer dieser Traktoren dieses Museums in den Weinberg hinauf, und der Schüler war in Gedanken möglicherweise ganz woanders. Die Bank und das Klassenzimmer gaben den Rahmen ab, für alles was er in seiner Schulzeit lernte. Dieses Gefühl ist heute anders geworden: andere Bänke, andere Klassenzimmer, andere Art des Unterrichts, anderer Typus von Lehrern. Nur die abschweifenden Gedanken des Schülers, die Vorfreude auf die unendliche Freiheit eines wolkenlosen Sommernachmittags, mögen vielleicht ähnlich geblieben sein.

Zu Hause in der „guten Stubb“

Hier war das Zentrum des Familienlebens, hier kamen alle Fäden des Alltags zusammen, jeden Tag, jedes Jahr, immer.Die gute Stubb war der Rahmen des Daseins, hier war der innere Kreis des Zuhauses, der geographische Ort der Familie.

In einem Winzerhaus dreht sich das Leben um Wein und Weinberg. Das Denken, das Fühlen, das Wünschen, das Bewußtsein einer jeden Winzerfamilie wird von Wein und Weinberg bestimmt. Hier in der guten Stubb war der Ort dieses Bewußtseins.